Stress und Stress und Spaß dabei!

Man merkt nach einiger Zeit schon, dass die Motivation zum Hinsetzen und Schreiben eines Blogartikels erst mal kommen muss. Je nachdem kann sich das auch ganz schön hinziehen, wenn man eh schon relativ wenig freie Zeit hat.
Aber gut, wofür sind Freistunden schließlich gut? Da kann man die Zeit ja auch mal konstruktiv nutzen. Was ist hier in letzter Zeit so passiert? Mehr, als ich erwartet hatte. Dieses Jahr scheint für mich schon einiges an Aktion bereitzuhalten und so hatte ich in der letzten Woche auch kaum eine freie Pause.

Woher das kommt? Okay, fangen wir mal mit der etwas längeren Liste an. Auf unserem Leadership Camp haben wir uns bereits für die ersten Komitees eingetragen. In meinem Falle Kultur und Ball. Letzte Woche gab es das erste Treffen für das Ball Committee, verbunden mit der Wahl des Vorsitzenden. Dass ich letzten Endes neben einem anderen Mädel aus dem Komitee gewählt werden würde, hatte ich eigentlich nicht erwartet. Zudem habe ich damit einen langjährigen Rekord gebrochen: erster Junge seit mindestens zwanzig Jahren im Vorsitz und so wie es aussieht parallel auch noch erster Gastschüler seit langem in dieser Position. Okay, ich war hier zwar noch auf keinem der Bälle, aber lass uns doch mal sehen, was sich daraus machen lässt.
Zum Thema Ball Komitee kann ich direkt weiterleiten zum ballroom dancing, dem Gesellschaftstanz. Dieses Jahr wollen sie hier zum ersten Mal richtigen Gesellschaftstanz beim Ball einführen und irgendjemand muss es ja beibringen. Von daher bin ich in den letzten Pausen nur von a nach b gerannt um Raum, Musik, freie Stunden etc. zu organisieren. Bisher habe ich dabei mindestens vierzig Freiwillige, Tendenz stark nach oben. Einmal in der Woche wird dabei wohl nicht reichen… Der Gesellschaftstanz muss dann natürlich auch noch mit der Produktion an der Schule koordiniert werden, daher direkt weiter zum nächsten Punkt:
Wir führen ans unserer Schule Little Shop of Horrors (Kleiner Laden des Schreckens) auf. Ursprünglich hatten Felix und ich uns gar nicht für eine Rolle beworben, doch unsere Dramalehrerin – die gleichzeitig die Verantwortliche für die production ist – hat mich als Verantwortlichen für den Gesellschaftstanz-Part herangezogen, da sie jemanden braucht, der bei diesem Teil der Choreo hilft. Natürlich wollte sie mich dann gleich auch als Tänzer dabeihaben und da wir noch Jungs brauchten habe ich Felix mit in die Misere gezogen. Dass wir mit unserer Rolle auch gezwungen wären, mitzusingen, wurde uns erst hinterher mitgeteilt. Infolgedessen mussten wir uns dann mehrfach in Richtung Schule bewegen, um das Script durchzugehen, die Anfänge der ersten Tanzszene zu lernen usw. Der Witz dabei war natürlich, dass alle, die sich für eine Tänzer-Rolle beworben hatten, bereits einen großen Teil der Choreo kannten. Felix und ich kannten ihn gar nicht! Dementsprechend erst mal schlecht als recht versucht irgendwie die Schritte auf die Reihe zu kriegen ohne ineinander zu rennen – letzteres nur mit begrenztem Erfolg – um danach festzustellen, dass wir auch noch die einzigen Sänger im tiefen Bereich sind. Zu hochdeutsch: wir zwei haben quasi unsere eigene Stimme und müssen sehen, noch gegenüber den anderen gehört zu werden.

Überraschungen über Überraschungen. Nachdem dann mehrfach kurzfristige Termine für Production und Komitee reinkamen, musste ich meine Tanzstunden für die anderen Schüler hier mehrfach umlegen, hin und her rennen, um alles zu organisieren und mir natürlich zusätzlich EPD aufhalsen. EPD – Enhanced Performance Dance (Fortgeschrittener Leistungstanz) – ist für mich ein zusätzliches Fach an der Schule, in dem ich sogar Credits – also quasi Noten und Punkte – sammeln werde. Dafür müssen Tänze und Choreos einstudiert und vorgeführt werden. Gut für mich: das Beibringen der Tänze für die anderen Schüler zählt als Choreo und dafür kriege ich wohl Credits. Ganz reicht das natürlich nicht, und so muss noch die ein oder andere eigene Aufführung hinzu. Glücklicherweise haben wir jetzt auch eine neue Schülerin an der Schule, die einige Jahre Zuhause getanzt hat. Die Verantwortliche für EPD an der Schule würfelte uns auch gleich mal zusammen und so werden wir jetzt Anfang März mit einer Tanz-Performance in einer Kunstvorführung verschiedener Felder auftreten. Wir wissen dabei zwar noch nicht mal mit Sicherheit ob wir dafür Credits kriegen, klingt aber nach einiger spaßigen Gelegenheit.
Mit dem letzten genannten Tanz muss ich jetzt natürlich wieder Raum und Musik organisieren, dabei das ganze noch irgendwie mit Tanzstunden, Produktion und Komitee unter einen Hut bringen und natürlich – das vergisst man ja schon beinahe – nebenher noch in der Schule glänzen. An Zeitvertreib (zumindest bis zum frühen Nachmittag) mangelt es mir definitiv nicht.

Habe ich irgendwas ausgelassen…? Ich glaube eigentlich nicht. Sonst kommen eher noch „Kleinigkeiten“, wie Gerenne für mein correspondence Fach (Deutsch als Fernunterricht) und das Academic Committee (bisher noch nicht angelaufen). Bisher sah ja alles mehr nach Planung aus, daher mal weiter zum konkreten Bereich.
Morgen gebe ich nach der Schule meine erste Tanzstunde. Genauer werde ich die restlichen drei Nachmittage dieser Woche mit dieser Beschäftigung zu bringen und nächste Woche dann über Abstimmung zwei reguläre Termine finden, in denen die Kurse von da an laufen. Wünscht mir Glück dabei, dank Hannahs Motivation werde ich wohl auch eine Stunde davon aufnehmen.

Oh je, und mir fällt an dieser Stelle auf, dass ich meinen Geburtstag noch gar nicht in meinem Blog erwähnt habe! Was lässt sich darüber sagen? Meinen Geburtstag habe ich dieses Jahr – wie schon Weihnachten – beim Wasserski gefeiert. Letzten Endes haben Felix und ich Garnichts geplant und so schrieb mich Grace am morgen des genannten Tages an, mit dem Inhalt „Wir picken dich in fünf Minuten auf!“. Von da aus ging es somit nach Acacia Bay und ab auf den See. Videomaterial? Jap, vorhanden. Genug Action um ein Video zusammenzuschnibbeln? Oder wenigstens schöne Landschaft? Lässt sich drüber streiten, aber dieses Wochenende finde ich mit Glück genug Zeit, mich darum zu kümmern! Von daher, tretet mir mal in den Allerwertesten wenn ich nicht bis Sonntag Abend was gescheites auf die Reihe kriege.

Wie fühlt man sich in Neuseeland sonst so mit Volljährigkeit? Kaum verändert, der einzige Unterschied kommt von der nun begonnenen Autosuche. Ja, ich versuche ein Auto in Neuseeland zu kriegen. Dieses Land ist einfach zu weitläufig um nur mit dem Fahrrad von a nach b zu kommen. Es gibt dann natürlich noch so ein paar kleine Vorteile, wie ein eigener Bankaccount und – theoretisch – freiem Alkoholkonsum aber letztlich fühlt man sich nach einem weiteren abgeschlossenen Lebensjahr nicht weiser.

Mit dem letzten Absatz habe ich mal wieder die tausend Wörter-Marke geknackt, von daher mache ich hier erstmal Schluss, um es lesbar zu halten. Am Wochenende kommt zusammen mit dem Videozusammenschnitt ein neuer Eintrag, natürlich inklusive der Neuigkeiten dieser Woche!
Eine schöne Woche an alle,
euer Kiwi.

2 Gedanken zu „Stress und Stress und Spaß dabei!

  1. Marco Fendrich, erstes Junge im Committe, spielt auch Rollen in verschiedenen Productionen und wird immer mal wieder irgendwo „aufgepickt“ ich könnt mich wegschmeißen, :D naja aber mein Geschreibsel ist bestimmt nicht anders…spanische Grammatik auf deutsch und weiß Gott was ich sonst noch so bringe auf meinem Blog. Das Video von der Tanzstunde will ich auf jeden Fall!!! :D

    • Ich halte mich nur in neutraler Position, Production ist beabsichtigt (da englisch, hier das übliche prägnante Stichwort für die Show, entschuldige, dass es nicht kursiv ist) und wo zur Hölle stand was von aufgepickt? o.O
      Nein, definitiv nicht ;P Aber ein Rechtschreibprogramm würde doch den Charme eines Blog nehmen…
      Ich frag Sophie nach ihren Aufnahmen, dann lade ich es die Tage hoch ;)

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