Goodbye New Zealand

Mein letzter Artikel unserer Rückerzählung… und damit mein letzter tatsächlicher Tagebucheintrag auf dieser Seite. Die scheinen immer kürzer, aber los gehts!

07. Januar 2013 / Tag 30

Die nächsten Tage vergingen für mich in zunehmend bedrückter Stimmung. Der Abschied war immer so präsent, denn jetzt wieder in Taupo zu sein, hieß auch, den letzten Zwischenstopp vor der Rückreise erreicht zu haben.
Für diesen der letzten Tage wollte ich mit meinen Eltern ein paar der schönen Aussichtspunkte in Taupo abklappern. Wir begannen mit dem südlichsten Parkplatz Taupos, von dem aus man eine wunderbare Sicht auf den See und die Berge hat. Öfter sieht man hier auch Reifenspuren auf dem Boden, denn nachts kommen Jugendliche vorbei, um sich mit ihren Autos zu testen. Aber besser hier etwas abgeschieden und außerhalb des normalen Verkehrs als mittendrin.

Der Flughafen liegt von dort aus mehr oder weniger einmal über die Straße. Vor dem Abflug wollten wir dort nochmal vorbeischauen und die Mitnahme meines Fahrrads klären; denn laut AirNewZealand kriegt man an ihren Flughäfen auch Fahrradboxen, was sich aber leider als eine Fehlinformation erweisen sollte. Parallel ging es auch darum, dass ich etwas mehr Gepäck als eigentlich normal mitnehmen würde und wir wollten wissen, ob das alles in das Flugzeug passen würde. Angeblich geht es wohl nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, von daher entschieden wir uns zum Abflug etwas früher zukommen.
So ging es vom Parkplatz an ein paar Campern vorbei und zum Flughafen. Diesen Ort jetzt schon wiederzusehen fühlte sich komisch an.

Weiter ging es ganz in den Norden Taupos und darüber hinaus, zur Whakaipo Bay. Dort war ich gerne zum Kayak fahren, zum Mountainbiken oder auch einfach nur zum Entspannen mit Freunden.

Wegen der langen Straßen in Neuseeland lassen sich oft dutzende Briefkästen am Eingang zu Seitenstraßen finden. So lässt sich dem Postboten schon ein wesentlich längerer Weg ersparen.
Dort gibt es sogar unterschiedliche Porto-Kosten für urban und rural areas. Soll heißen, wer auf dem Land wohnt zahlt mit etwas Pech mehr Geld für seine Pakete.

Meine Mutter wollte sich eigentlich noch das Café L’Arté ansehen, aber das war leider für die nächsten Tage geschlossen. Diese Möglichkeit hatten wir also nicht mehr.
Viel mehr passierte über den Tag auch eigentlich nicht, wir klapperten nur noch ein paar Autohändler ab und ich besorgte aus einem Fahrradladen in der Stadt eine Fahrradbox.

08. Januar 2013 / Tag 31

Nach einem guten Frühstück setzte ich meine Eltern in der Stadt ab und machte noch meine eigene Tour durch Taupo. Abschied nehmen, könnte man es schon fast nennen. Hier also unsere letzten Bilder von der Innenstadt:

Meine persönliche Tour lasse ich hier außen vor, aber nachdem ich mit dieser fertig war platzierte ich mich an der Lake Terrace auf der Wiese, auf der öfter Autos angepriesen werden. Dort hat es sich so eingebürgert, dass man einfach sein Auto mit Schildern in der Scheibe abstellt und Vorbeifahrende sich diese ansehen konnten.
Ich blieb beim Auto und las ein wenig, denn ich wollte mich nur für ein paar Stunden platzieren. Und dann passierte, was ich Felix bereits am ersten Tag, an dem ich mein Auto hatte, prophezeit hatte: ich dudelte die Auto-Batterie leer. Klimaanlage und Radio laufen zu lassen, war vielleicht nicht die geschickteste Idee, aber ich hatte keinerlei Vorstellung davon, wie lange die Batterie so etwas aushält. Merke; das geht in Kombination nicht lange gut.
3686Anstelle des ADAC gibt es in Neuseeland die AA, die Automobile Association. Dort rief ich also an und bat um Hilfe, denn ich hatte keine Starterkabel dabei. Der Witz dabei? Das war 600m von Zuhause entfernt passiert. Und dann bleibe ich liegen.
Nachdem ich meinen Gasteltern Bescheid gegeben hatte, dass wir dementsprechend etwas zu spät zum Abendessen kommen würde, meinte Garth – mein Gastvater – , dass er ja auch ein paar jumper leads hätte. So konnte ich die AA nochmal anrufen und Bescheid geben, dass Hilfe nun doch nicht mehr vonnöten wäre. Ende gut alles gut, mit etwas Hilfe konnte ich also dann doch eben meine Eltern abholen und es ging zum gemeinsamen Abendessen mit meinen Gasteltern und Gast-Großeltern.

09. Januar 2013 / Tag 32

Packtag. Anders lässt es sich garnicht beschreiben. Dafür brauchten wir aber auch wirklich den ganzen Tag, denn über anderthalb Jahre sammelt sich einiges an, erst recht, wenn man in dieser Zeit ein richtiges Leben aufbaut. Nur mal um das zu verdeutlichen; darunter waren auch sperrige und schwere Dinge wie:

  • ein 20 Meter langes Aerial Silk
  • ein Mountainbike
  • eine vollständige Skiausrüstung

Letzten Endes sah das dann etwa so aus:

Das Auto musste natürlich auch noch ausgeräumt werden, denn da hatte sich über die Zeit das ein oder andere angesammelt.

Die Ski hätten natürlich etwas während des Transports abkriegen können, also haben wir diese nochmal extra eingepackt und dasselbe Prozedere nochmal mit dem Schwert wiederholt. Letzteres weniger wegen der Zerbrechlichkeit, als vielmehr wegen dem Schaden, den es an anderen Dingen anrichten könnte.

Und natürlich machen es einem die Fluglinien nicht einfach; das Gewicht muss ja jedes mal überprüft werden. 23kg pro normaler Koffer (drei davon waren für uns in den Tickets mit inbegriffen), drei Stücke Handgepäck (je 8kg, wenn ich micht recht entsinne) und der Rest würde extra bezahlt werden müssen.
Das Fahrrad passte natürlich nicht in einen Koffer, dafür hatten wir ja die Fahrradbox. Garth war so nett, das gute Stück schonmal zu zerlegen, denn er kennt sich mit Fahrrädern weitaus besser aus, als wir das taten. Mit hinein kam noch das Aerial Silk und alles, was die 23kg nicht überschritt. Die Skier galten in ihrer Tasche auch einzeln und diese haben wir mit allem ausgepolstert, was sich finden ließ.
Somit schonmal drei Gepäckstücke a 23kg, drei Taschen a 8kg, eine Fahrradbox 23kg, eine Skitasche (wohl so um die 10kg) und es reichte immernoch nicht. Glücklicherweise hatten meine Eltern noch einen Koffer in ihrem eigenen Koffer mit hergebracht, sodass wir diesen noch füllen konnten. Mit stolzen 32kg diesmal, die Grenze für übergewichtige Gepäckstücke.
Am Ende des Tages hatten wir also über stolze 150kg an Gepäck dabei und natürlich unsere Kleidung möglichst auch noch vollgestopft. Den ganzen Tag gepackt, aber dafür musste ich fast nichts zurücklassen!
Wieder gab es ein schönes Essen mit der ganzen Familie und dann war es auch schon fast soweit…

10. Januar 2013 / Tag 33

Dieser Tag fühlt sich nun, da ich ihn beschreibe, schwammig für mich an. Morgens brachte ich meine Eltern zu Craters of the moon, den Schwefelfeldern, die ich mir in meinen ersten Tagen in Neuseeland noch in meiner ersten Gastfamilie angesehen hatte. Währenddessen trieb ich mich noch in der Umgebung herum und besuchte einige der Stellen, die mir wichtig waren.

3719Unser Abflug-Tag war geformt durch letzte Angelegenheiten, die es noch zu regeln galt.
Wir fuhren daher gemeinsam in die Stadt und überließen die Schlüssel zu meinem treuen Fahrzeug einem Autohändler. Garth sammelte uns anschließend auf und wir brachten gemeinsam unser Gepäck zum Flughafen.

Der Abschied… lässt sich nur schwer beschreiben. Dort zu sitzen und auf die Maschine zu warten, die einen mitnimmt ist ein scheiß Gefühl und ich möchte nicht zu genau an diesen Nachmittag zurückdenken. Ein paar Freunde besuchten uns auch noch am Flughafen und warteten, bis das Flugzeug mit uns an Bord abhob.

Meine Mutter freute sich schon über den schönen Sonnenaufgang in Hong Kong, nur um realisieren zu müssen, dass die rötliche Färbung der Sonne durch die unglaublich verschmutzte Luft kam. Das trübte doch die Freude am Anblick sehr.
An diesem Punkt fühlte ich mich emotional fast taub. Alles war unwirklich für mich.

Ich würde euch gerne sagen, worüber wir von Hong Kong aus genau flogen; aber ich weiß es nicht und momentan vermeide ich es, über diesen Teil unserer Reise zu genau nachzudenken. Daher belasse ich es bei diesen paar Aufnahmen von unserem Abflug.

Ich hatte mir schon wirklich Panik wegen des Zolls gemacht, denn mit dem ganzen Zeug, das ich dabei hatte, wollte ich mich nach einem 40 Stunden Flug nicht auch noch herumärgern müssen. Gerade auch, weil ich ein Schwert in meinem Gepäck hatte. Gut, es war nicht geschärft und galt damit nicht als Waffe, aber man muss es nicht provozieren.
Als wir dann letztlich ankamen, haben wir noch nichtmal etwas vom Zoll bemerkt. Wir holten unser Gepäck ab und konnten einfach aus der Tür spazieren, ohne aufgehalten zu werden. Damit war ich schon etwas erleichtert, wurde dann aber erstmal mit grässlichem kalten Winterwetter begrüßt. It’s nice to be home…

 

Zum Abschluss

Damit ist mein Bericht von unserer Rundreise nun zu Ende. Wie geht es also weiter?
Dieser Blog ist jetzt abgeschlossen. Der Teil „Schulabschluss in Neuseeland“ war ja bereits im November 2012 zu Ende (wennauch noch ein Fazit kommt) und unsere Rundreise von Dezember bis Januar habe ich mit diesem Artikel abgeschlossen. Beide werde ich in einigen Tagen chronologisch anordnen, sodass neue Leser sich meine Erlebnisse von Anfang an durchlesen können.
Für diese Seite werde ich eine dritte Sektion mit Text aufbauen, in der ich noch Anekdoten ergänzen möchte. Es juckt mich, die ganzen Artikel, die ich noch in Neuseeland geschrieben habe, zu überarbeiten, aber diese zeigen auch einen Zustand zur jeweiligen Zeit und das möchte ich nicht verlieren. Daher werde ich einzelne Momente festhalten, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind und die ich gerne mit euch teilen möchte.

In diesem Post war wohl bereits ersichtlich, dass ich auf meinen Abschied nicht positiv zurückblicke und wer im letzten Jahr mit mir Kontakt hatte, wird wohl gemerkt haben, dass ich nicht gut wieder hier angekommen bin. Ich habe mich nach über einem Jahr immernoch nicht wirklich eingelebt und sogar eher eingeigelt, was dabei nicht geholfen hat. Für mich ist klar: Ich muss hier erstmal wieder raus und deswegen starte ich im März eine Reise über die Kontinente.
Für dieses Abenteuer möchte ich auch wieder einen Blog führen und bin momentan dabei, diesen einzurichten. Der wird hier natürlich auch verlinkt und ich gebe Bescheid, sobald er online ist.

Aber eine Frage noch an euch: wie hat euch dieser Blog gefallen? Was kann ich anders machen, was lässt sich verbessern? Die Änderung der Artikelform für die Rundreise war mir wichtig und ich werde wahrscheinlich ein ähnliches Format mit eingebundenen Fotos für die neue Reise beibehalten, aber ich kann das alles immer nur aus der Sicht des Autors betrachten. Lasst es mich wissen, wenn euch hier etwas gefehlt hat. Wenn sich auch noch etwas am Teil über die Rundreise und meinen Schulabschluss verbessern lässt, hole ich das gerne nach.

Damit verabschiede ich mich und sage „bis zum neuen Blog“! Hier bin ich natürlich weiterhin erreichbar und verschwinde erstmal wieder im Backend.

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